Altenbetreuung wird immer wichtiger !
Altenbetreuung, auch Pflege ältere Menschen genannt, als professionelles Berufsfeld, befasst sich mit der Betreuung und Pflege von Mitmenschen in Institutionen und Organisationsformen, wie Hauskrankenpflege, Tageszentrum , Altenheim, Pflegeheim, Gerontopsychiatrie sowie bedingt auch Palliativstation und stationärem Hospiz. Ziel der Altenbetreuung, als Langzeitpflege, ist eine stabile Lebensqualität. Weil die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter abnehmen, gilt es als Aufgabe, die Fähigkeiten der Selbstpflege des Betroffenen soweit möglich zu erhalten und zu befördern. Notwendige Betreuung, die der Betroffene nicht mehr leisten kann, nach Möglichkeit mit Gespräch und Zustimmung des Betroffenen, festzulegen und zu erbringen und dabei die Angehörigen wie auch andere notwendige Betreuungsleistungen mit einzubinden. Die Altenbetreuung besteht neben der beruflichen Tätigkeit im Bereich Alten- oder Krankenpflege auch aus verschiedenen Aufgaben im familiären und privaten Umfeld. Die Koordination professioneller und informeller Versorgung teilweise hilfebedürftiger alternder Personen ist eine anspruchsvolle Aufgabe in der Altenbetreuung, da es dabei oft um Eingriffe in das Selbstbestimmungsrecht von Erwachsenen geht. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts nimmt der Anteil alter Menschen in Deutschland stetig zu, wodurch immer mehr professionelle Altenbetreuung nötig wird. Der medizinische Fortschritt, der Einsatz zum Teil hochtechnisierter Hilfsmittel und die Umsetzung moderner Pflegekonzepte erfordern eine immer höhere Qualifizierung. Daraus ergeben sich ein steigender Bedarf an ausgebildeten Fachkräften und ein zunehmender finanzieller Aufwand. Nach der Heimpersonalverordnung müssen in Deutschland bis zur Hälfte der Beschäftigten eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich der Altenbetreuung haben. Dies bedeutet aber auch einen hohen Anteil angelernter bzw. nur vorübergehend tätiger Mitarbeiter bei der Altenbetreuung, das stark auf Kontinuität bisheriger Lebensweisen zielt. Trotz verchiedener Schutzbestimmungen, auch zur Heimaufsicht, werden immer wieder gravierende Missstände in Pflegeeinrichtungen festgestellt. Das geht von Vernachlässigung oder Gewalttaten durch einzelne Pflegekräfte bis hin zu systematischen Mängeln der Versorgungsform Betreuungsheim, die immer wieder kritisiert werden. Andauernde Probleme der Altenbetreuung sind auch der Pflegekräftemangel und die Finanzierung. Die Verweildauer im Beruf der Altenbetreuung ist wissenschaftlich nicht eindeutig untersucht. Es heißt, dass die meisten gelernten Altenpflegekräfte diesen Beruf nach durchschnittlich nur fünf Jahren wieder verlassen würden. Als Gründe werden häufig die seelischen Belastungen und die Frustration über das Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit des Berufes angegeben. Diese wirkten stärker als die tatsächlich hohen körperlichen Belastungen. Betreuungsbedürftige Menschen werden in Deutschland größtenteils von Angehörigen oder anderen nahe stehenden Personen zu Hause betreut. Diese wie die professionelle Altenbetreuung ist großenteils Frauenbetreuung, meistens Ehefrauen und Töchter. Wo dies nicht oder nicht vollständig möglich ist, ergänzen oder übernehmen ambulante Pflegedienste die häusliche Altenbetreuung. Etwa bei einem Drittel der aufwändig zur betreuenden Personen erfolgt eine stationäre Altenbetreuung. Ambulante Dienste und Heime beschäftigen ausgebildete Altenpflegerinnen, Altenpflegehelferinnen, Pflegehelferinnen, Sozialpädagoginnen, Ergotherapeutinnen sowie in unterschiedlichem Ausmaß angelernte HelferInnen für die Altenbetreuung. Auch Gesundheits- und KrankenpflegerInnen arbeiten zahlreich in der Altenbetreuung. Bei Pflegebedürftigkeit ist die Betreuung durch Familienangehörige in der häuslichen familiären Umgebung in Deutschland am häufigsten. Da bei dieser Form der Altenbetreuung die Betreuungsarbeit zumeist von Frauen ausgeübt wird, hat sie bedeutende Implikationen für die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und begünstigt Konstellationen, in denen Männer für die Erwerbs- und Frauen für die Reproduktionsarbeiten zuständig sind. Das in Deutschland, Österreich und der Schweiz übliche Modell der Altenbetreuung wird daher dem konservativen Wohlfahrtsstaat zugeordnet. Die häusliche Altenbetreuung geschieht oft in Zusammenarbeit mit professionellen Pflegekräften, die auch die Angehörigen in Pflegetechniken anleiten, Ratschläge geben und bei der Abwicklung der Formalitäten mit dem Kostenträger helfen können. Häufig sind in diesem Feld auch informelle Helfende zu beobachten, d. h. Personen, die nicht aus verwandtschaftlicher Verpflichtung heraus Unterstützung bzw. Hilfe in irgendeiner Weise leisten, z. B. Nachbarn, ehrenamtlich tätige Hifsvereine. Auch sie müssen bei der Pflegeplanung der professionellen Dienste einbezogen sein. Auch das Essen auf Rädern und sozialarbeiterische Tätigkeiten sind solche ergänzenden Komponenten einer Altenbetreuung zu Hause. Die häusliche Pflege kann aber auch vollständig von ambulanten Altenbetreuungen oder einzelnen Pflegekräften auf beruflicher Basis übernommen werden. Ein sozialpolitisches Problem stellt seit den 1990er Jahren die, oft illegale, Beschäftigung von ausländischen Haushaltshilfen als die Angehörigen ergänzende Unterstützung dar. Alle diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, ein langes Verbleiben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. In der Altenbetreuung gibt es besondere soziale Beziehungen. Das kann am Wissensvorsprung von Therapeuten, der Deutungshoheit des Individuums oder unterschiedlichen Erwartungen der gegenseitigen Rollen, der finanziellen Abhängigkeiten u. a. liegen. Ein relativ häufiges Problem ist die Rollenumkehr der betreuenden Töchter. Einige Betreuungstheorien gehen speziell auf die sozialen Beziehungen in der Pflegesituation ein. Durch den hohen Anteil zwischenmenschlicher Kommunikation an der Altenbetreuung kann es zu Konflikten kommen, die ihre Wurzel in der gemeinsamen Vergangenheit hat. Daneben gibt es immer wieder Fälle von persönlichen Unzulänglichkeiten oder gar krimineller Ziele, die sich in Vernachlässigung, Misshandlung oder im Extremfall auch in Tötungen niederschlägt. Geschieht dies in einem institutionellen Umfeld, ist in der Öffentlichkeit von Pflegeskandalen die Rede. Kritiker der Mängel in der Altenbetreuung sprechen im Gegensatz dazu aber von systematischer Unterversorgung, die nur in Einzelfällen kriminalisiert würde. In ihrer Gesamtheit aber sei die Unterversorgung ein Systemfehler. Ein kritischer Zeitpunkt in der Altenbetreuung ist der Umzug aus der eigenen Wohnung in ein Pflegeheim. Der alte Mensch ist durch seine akute Erkrankung in mehrerer Hinsicht verletzlicher als sonst. Der Einzug in ein Altenheim als letzter Station im Lebensweg konfrontiert ihn nicht nur mit dem Gedanken an den Tod, sondern auch möglicherweise mit dem Bewusstsein, nicht mehr für sich selbst sorgen zu können. Außerdem kann es vielschichtige Konflikte mit nahen Angehörigen geben, die ihrerseits diese Situation mit Schuldgefühlen erleben und häufig über den Elternunterhalt den Heimaufenthalt finanzieren müssen. Die professionellen Pflegekräfte für Altenbetreuung stehen nun mitten in diesen Wechselbeziehungen, meist ohne nähere Kenntnis der Familiensituation.



















